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Veronica Antal


„Das ist es, was Gott will: eure Heiligung.“ (1Tes 4,3)

Veronica wurde am 7.12.1935 in Nisiporesti, Markt Botesti geboren. Gott segnete die einfache Familie von Gheorge und Eva Antal aus der schönen Moldaugegend mit vier Kindern, von denen Veronica das Erste war. Am zweiten Tag wurde sie nach dem örtlichen Brauch, am Fest der Unbefleckten Empfängnis in der Kirche der römisch-katholischen Pfarrei Halaucesti von dem Pfarrer Felix Rafaelli getauft. Sie bekam den Namen Veronica, im Andenken an eine, bereits als Kind verstorbene Schwester ihres Vaters.

Sie konnte kaum die ersten Worte sprechen, als ihre Mutter und besonders ihre Großmutter begannen, ihr einige kleine Kindergebete beizubringen. Veronica blieb der Verwandtschaft und Bekannten als eine robuste, soziale, fromme und intelligente Person in Erinnerung. Sie spielte gerne mit den Nachbarskindern, vergaß aber nicht zusammen mit ihren Eltern und der Großmutter an verschiedenen Gottesdiensten in der kleinen und schönen Kirche von Nisiporesti teilzunehmen.

Mit sieben Jahren ging sie in die Grundschule, wo sie Lesen und Rechnen lernte und anfing, die Geheimnisse der Literatur, der Geographie und der Geschichte zu entdecken. Nichts Außergewöhnliches machte sich bemerkbar, außer vielleicht die Intensität ihrer eucharistischen und marianischen Frömmigkeit.

Nach der Grundschule, begann sie sich mehr am alltäglichen Leben der Familie zu beteiligen. Sie half ihrer Mutter im Haushalt, lernte Wolle zu spinnen und Trachten zu nähen. Sie arbeitete auch mit ihrer Familie und den Nachbarn auf dem Feld.

Mit sechzehn Jahren begann sie in dem Kirchenchor der Pfarrei zu singen und trat gleichzeitig der Marianischen Bewegung bei, die von Pater Maximilian Kolbe und anderen Franziskanern, unter denen auch der aus Nisiporesti stammenden Pater Josef Maria Pal war, gegründet wurde.

In dieser Zeit machte sich Veronica über ihre Zukunft Gedanken. Sie wollte der Kongregation der Franziskanerinnen Missionaren von Assisi beitreten, die in Halaucesti ein Kloster besaßen. Ihr Versuch scheiterte aber aufgrund der kommunistischen Diktatur, die alle katholischen Orden und Kongregationen abgeschafft und ihre Klöster geschlossen hatte.

Eine Nonne ohne Kloster

Ohne die Möglichkeit ihren Wunsch und ihre Berufung zu verwirklichen, nämlich als Nonne zu leben, verlor sie nicht die Hoffnung, Gottes Ruf zu folgen. Auf den Rat ihres geistlichen Begleiters hin, Pater Alois Donea, trat sie in den Dritten Orden der Franziskaner für Laien ein und legte das Keuschheitsgelübde privat ab. Um sich dem geistlichen Leben besser widmen zu können, baute sie sich eine kleine Zelle („Chilie“) neben ihrem Haus, in die sie sich so oft wie möglich zurückzog. Sie verpasste keine Heilige Messe. Wenn in ihrem Heimatdorf keine Messe gefeiert wurde, weil diese nur eine Filial-Gemeinde der Pfarrei Halaucesti war, wachte sie jeden Tag, im Winter und im Sommer, um 4 Uhr auf und ging zusammen mit einigen Freundinnen acht Kilometer zu Fuß, um am Gottesdienst teilzunehmen und Jesus in ihrem Herz empfangen zu können. Diese spirituelle Speise verlieh ihr Mut für den Kampf des Lebens und für den Fortschritt ihres geistlichen Lebens. In Gegenwart ihrer Freundinnen ließ sie oft ihre Sehnsucht nach dem Himmel und ihren Ruf nach Heiligkeit zu Tage treten und zögerte nicht alles zu tun, um an dieses Ziel zu kommen. Sie nahm auch an der Anbetung teil, die jeden Donnerstag stattfand; sie betete den Rosenkranz immer wenn die Möglichkeit sich ergab; sie betete für die Kirche und ernährte ihr spirituelles Leben mit der Lektüre Heiliger Bücher.

Das Gebet und die Liebe für Gott mussten sich aber in der Nächstenliebe konkretisieren. So vergab sie sofort denen, die ihr gegenüber sich schuldig gemacht hatten; besuchte die Kranken und die Alten, nahm Kinder, deren Mütter von Arbeit zu müde waren in ihre Arme und streichelte sie liebevoll. Veronica bereitete die Kinder auf die Heilige Erstkommunion vor.

Die Jahre vergingen und ihr Glaube wurde immer stärker, ein Glaube, den sie mit ihrem Blut besiegeln wird.

Am 23.August 1958 ging sie abends zusammen mit einigen Freundinnen nach Halaucesti, wo am Tag darauf die Firmung stattfinden sollte. Sie nahm am Gottesdienst teil. Bischof Petru Pesca spendete zahlreichen Jugendgruppe aus der Pfarrei das Sakrament der Firmung. „Veronica war ziemlich blass und abwesend, während der Messe“, sagte eine ihrer Freundinnen, „hatte sie vielleicht eine Vorahnung? Das weiß nur der gütige Gott!“

Nach der Messe half Veronica in der Sakristei, anschließend ging sie zu einer Freundin aus Halaucesti essen.

Als ihre Freundinnen am Abend nach Hause gehen wollten, sagte Veronica sie sollten vorgehen, sie komme gleich nach.

Nach kurzer Zeit verabschiedete sie sich von ihrer Freundin und machte sich in Richtung Nisiporesti auf. Sie empfahl sich dem Schutze Gottes und mit dem Rosenkranz in der Hand beeilte sie sich die acht Kilometer zurückzulegen. Unterwegs begegnete ihr Pavel Mocanu, der sie voller Begierde ansprach und ihr unmoralische Angebote machte. Veronica versuchte ihn zu ignorieren, aber der junge Mann hörte nicht auf, sie zu belästigten.

Er schleppte sie in ein Maisfeld in der Nähe der Quelle von „Vangheaua“, wo sie sich gegen seine Übergriffe wehrte. Da er es nicht schaffte, sie zu vergewaltigen, stach er 42-mal mit einem Messer auf ihren ganzen Körper ein.

Am Tag darauf wurde sie von einigen Bauern, die zur Feldarbeit unterwegs waren gefunden. Mit dem Gesicht zur Erde, Blutverschmiert, mit dem Rosenkranz in der rechten Hand und auf ihrem Rücken ein Kreuz aus Maiskolben.

Man kann wirklich sagen, dass die Heilige Jungfrau Maria sie sehr geliebt hat, denn Veronica ist an ihrem Festtag der Unbefleckten Empfängnis geboren. Veronica hat die Gottesmutter sehr geliebt, denn sie starb mit dem Rosenkranz bewaffnet in der Hand.

Nach der Ankunft der Polizei und der darauffolgenden Untersuchung, wurde sie nach Hause gebracht, wo zwei Ärzte die Obduktion durchführten. Nach der Obduktion sagte einer der Ärzte: „Selig die Mutter, die dich gebar. Du warst Jungfrau und jungfräulich bist du gestorben.“

Das ist eine Bestätigung, dass es dem Mörder nicht gelang, sie zu vergewaltigen.

Die Nachricht ihres Tod verbreitete sich schnell in ihrem Dorf und in den umliegenden Ortschaften, so dass am Tag der Beerdigung, dem 27 August 1958 die Kirche übervoll war.

Die Heilige Veronica“

So nennen sie die Gläubigen aus Nisiporesti und der Umgebung.

Gleich nach Veronicas Tod, hörte man aus aller Munde: „Sie lebte wie eine Heilige und starb als solche.“ Seitdem besuchen Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller sozialen und religiösen Schichten ihr Grab und die Stelle, an der sie ermordet wurde, um Fürsprache für unterschiedliche Probleme zu erbitten. Ihre Gebete blieben nicht ohne Antwort.

Die Nachricht von dieser jungen Christin, die ihr Leben lieber opferte, als ihre Jungfräuligkeit zu verlieren, verbreitete sich immer mehr. Pfarrer Anton Demeter aus der Nachbarpfarrei Barticesti sammelte seit 1980 Zeugnisse von unterschiedlichen Gläubigen aus Nisiporesti und von denen, die an ihre Fürsprache appellierten. Er errichtete an der Stelle, wo Veronica ihr Leben ließ, ein Kreuz und schmückte den Ort mit Blumen.

Der Hochwürdige Bischof Petru Gherghel hat auf Grund Veronicas Heiligkeitsrufes, der Beharrlichkeit der Gläubigen und auf Antrag von Pater Patrascu Damian, Vizepostulator, die Einleitung des informativen Prozesses über das Leben, die Tugenden, den Heiligkeitsruf und das Martyrium der Dienerin Gottes Veronica Antal akzeptiert und dekretiert.

So wurde am 25. 11 2003 in der römisch-katholischen Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ von Nisiporesti in Gegenwart einer großen Zahl von Priestern und Gläubigen der Seligsprechungsprozess eröffnet.

Seitdem fanden mehrere Sitzungen, des für dieses Anliegen gegründeten kirchlichen Gerichtes statt, wo mehrere Zeugen verhört wurden.

Der diözesane Prozess wurde am 11.11.2006 abgeschlossen und die Akten wurden der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse geschickt, wo weitere Untersuchungen stattfinden werden, damit diese junge Frau als Heilige anerkannt und als solche für die ganze Welt empfohlen wird.

Bis dahin ist jeder Gläubige dazu eingeladen, seine Gebete an Gott Vater zu richten, damit die Heilige Mutterkirche so früh wie möglich die Helligkeit der Dienerin Gottes Veronica Antal anerkennt.


Gebet

Gott, allmächtiger Vater, wir loben Dich und danken Dir, weil Du deiner Dienerin Veronica Antal die Stärke gegeben hast, ihre Reinheit mit dem Preis ihres Blutes zu bewahren, und somit ein Beispiel authentischen Glaubenslebens zu werden. Mit großer Freude bot sie ihr Leben Jesu in der Keuschheit an und durch ständiges Gebet versuchte sie ihre Lampe immer am Leuchten zu halten, um ihrem göttlichen Bräutigam entgegen gehen zu können.

Wir bitten Dich, ewiger Vater, mache Deine Dienerin der Heiligkeit würdig, damit sie ein lebendiges und wahres Beispiel christlicher Stärke sein kann, die unseren Jugendlichen auf dem Weg der Vollkommenheit und des wahren Glücks eine Hilfe sei. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Imprimatur

Mons. Petru Gherghel

Bishof von Iaşi

22.05. 2002

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